Sonntag, 22. Februar 2015

[REZENSION] 'JUMP: Das Spiel' von Eve Silvers

Buchtitel: JUMP: Das Spiel
Autorin: Eve Silvers
Erscheinungsdatum: 21. August 2014

Verlag: Fischer Fjb
Format: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Seitenzahl: 416
ISBN: 978-3-8414-2158-6
Preis: 14.99€

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Inhalt

Miki Jones kommt bei einem Unfall ums Leben. Doch sie kommt wieder zu sich, an einem Ort, der Lobby genannt wird. Aus ihrem Alltag wurde sie durch Raum und Zeit in eine Art Spiel gezogen, in dem sie gemeinsam mit anderen Jugendlichen furchteinflößende Wesen bekämpfen muss. Teammitglied Luka, ein Schulfreund, erklärt ihr, dass sie weiter ihr gewohntes Leben führen kann, außer wenn sie auf Mission im ›Spiel‹ ist. Und sie muss jeden Einsatz in dieser anderen Welt überleben.
Es gibt keine Vorbereitung, kein Training und keinen Ausweg. Miki muss sich auf die fragwürdige Führung Jackson Tates verlassen, des attraktiven und geheimnisvollen Leiters ihres Teams. Er weicht ihren Fragen aus und hält alle auf Abstand. Jeder spiele für sich, lautet sein Motto. Doch dann nimmt das Spiel eine tödliche Wende, und Jackson bringt sich selbst in extreme Gefahr, um Miki zu schützen.





Der erste Satz

Miki.


Und, wie ist es?

Nicht gan(t)z unbekannt
Beim Lesen der Inhaltsangabe hat sich mir gleich zu Beginn ein eher kritischer Gedanke aufgedrängt: "Hä, das kennst'e doch!" Tatsächlich sollte die Storyline nichts Neues für eingefleischte Anime- und Manga-Fans sein, die besonders auf Splatter und Sci-Fi stehen. 'JUMP' klingt tatsächlich wie der Manga 'Gantz', samt Lobby und Alienwesen, die Protagonistin Miki bekämpfen muss. Hat die Autorin da tatsächlich etwas abgekupfert? 

Dennoch wollte ich 'JUMP' eine Chance geben, denn: Was auf blutige Art und Weise klappt, muss doch auch in abgeschwächter Form für Jugendliche funktionieren.

Charaktere aus dem Lehrbuch
Protagonistin Miki hat es nicht leicht: Der Verlust ihrer Mutter setzt ihr schwer zu, weshalb es ihr schwer fällt jeden so einfach an sich heranzulassen. "Man verliert ohnehin nur jeden.", ist ihre Devise. Gleichermaßen bemüht sie sich darum, die Kontrolle in ihrem Leben zu wahren, während sie ihrer Umgebung mit Neugierde und frechem Humor begegnet.

Ihr Counterpart Jackson hingegen, den sie zum ersten Mal in der Lobby trifft, ist ein typischer Bad-Boy, der mit seiner mysteriösen und arroganten Art seines Teammitglied gleich in seinen Bann zieht.

Beide wirken wie Charaktere aus dem Lehrbuch für Teenieromane: Sehr klischeehaft, ein wenig naiv und gleichzeitig äußerst liebenswürdig, da man sich doch irgendwie mit ihnen identifizieren kann. Eve Silvers Protagonisten sind nichts Neues und alles andere als spektakulär, doch kann man sich mit ihnen anfreunden.

Das gilt allerdings nicht für Mikis Clique. Besonders Carly, Mikis beste Freundin, ist nicht gerade jemand, den man an seiner Seite wissen will: Zickig, nervig, schnell gereizt... Ich könnte diese Liste ewig fortführen. Vielleicht bin ich mittlerweile schon zu alt, um nachzuvollziehen, dass es rechtens ist sich wegen einer vergessenen SMS derartig aufzuregen.

Während die bissige Carly vor Energie nur so sprüht, so bleiben Mikis und Jacksons restliche Teammitglieder doch recht blass. Selbst Luka, den Miki aus ihrer Vergangenheit kennt und der im Verlaufe doch noch seinen zugehörigen Platz im Roman erhält, kann man nur schwer beschreiben. Doch sind Mikis Kameraden doch nicht besonders wichtig? Sehr schade, dass sie so im Hintergrund gehalten werden.

Mehr Worte als Taten
Eine kleine Entwarnung für alle, die enttäuscht sind: Nein, 'JUMP' ist tatsächlich nicht wie Gantz. Nun ja, zumindest nicht gan(t)z. Hier gibt es keine Körper, die in tausende, blutige Teile explodieren oder ausgeweidet werden. Die Kämpfe innerhalb des Spiels gehen zwar brutal, aber nicht allzu detailliert vonstatten, sodass auch Zartbesaitete diese Szenen durchstehen können.

Allzu viele gibt es von denen nämlich auch nicht. Tatsächlich wird mehr geredet und gedacht, als tatsächlich gehandelt. Wer also auf ein spektakuläres SF-Abenteuer mit vielen Kämpfen erhofft, der ist bei 'JUMP' leider falsch, da das Hauptaugenmerk eindeutig auf der Beziehung zwischen Miki und Jackson liegt.

Hierbei muss man der Autorin jedoch zu Gute halten, dass sie dies recht nett verpackt. Der Schreibstil lässt sich flüssig und flott lesen, sodass man schnell durch's Buch kommt.

"Das reicht uns nicht!"
Beim Lesen der letzten hundert Seiten hatte ich immer wieder einen kleinen HIMYM-Marshall im Ohr, der genau diese Worte rief: "Das reicht uns nicht!" Allerdings bezog sich diese Aussage nicht auf eine Aussprache zwischen Barney und Robin, sondern um den restlichen Verlauf der Geschehnisse. Man hat das Gefühl, dass irgendetwas fehlt. Selbst die ein oder andere Aufklärung ist mehr schlecht als recht, da man sich den meisten Teil gleich zu Beginn irgendwie denken kann - der große Knall bleibt also aus.

Dennoch ist 'JUMP' definitiv kein schlechter Roman. Vielleicht mag man es nicht heraus hören, doch hatte ich trotzdem Spaß ihn zu lesen, da er stellenweise doch recht spannend war. Es ist eben ein Teenieroman der typischen Art, angehaucht mit ein wenig SF statt Fantasy, in diesem Bereich also durchaus etwas Neues. Zumindest hat er mich soweit überzeugen können, dass ich auch den zweiten Teil, 'RUN!', demnächst bestellen werde, in der Hoffnung, endlich auf ein wenig mehr Handlung zu stoßen.


Fazit

'JUMP' ist ein grundsolider, typischer Jugendroman: Eine angeschlagene Heldin, ein verführerischer Bad-Boy und eine ganze Menge an (übernatürlichen) Problemen, die gelöst werden wollen. Stellenweise sehr schwach, im Gesamtpaket aber dennoch ganz nett.



Drei von fünf Herzen, die höher schlagen!

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