Montag, 16. Februar 2015

Von 'Shades of Nä!' bis zu 'Unmut von Panem'

Trends sind schon manchmal etwas Merkwürdiges. Was gestern als absolut unzumutbar und 'out' galt, ist heute ein weltweiter Erfolg, der Millionen in die Kassen cleverer Unternehmer spült. Kämpferisch reißen sich modebewusste Konsumenten um etwas, das morgen vielleicht schon wieder voller Scham in der hintersten Schublade versteckt wird.

Ob Röhrenjeans oder Bubble Tea - alles erlebt irgendwann einmal seinen glohrreichen Höhepunkt, um letztlich doch tief zu fallen.

Buchtrends sind da nicht anders. Während der grandiose Fantasy-Epos Harry Potter, welcher aus der Feder der weltbekannten Joanne K. Rowling entstammt, bis 2008 weltweit insgesamt über 400 Millionen verkaufte Exemplare verzeichnen konnte, hat sich nun eine gänzlich andere Reihe in die Herzen der Leser geschlichten, die momentan einen unglaublichen Medienerfolg durchleben darf: Shades of Grey. 70 Millionen verkaufte Exemplare, 1,35 Millionen Zuschauer zum Kinostart in Deutschland... Und eine Bloggerin, die das Ganze bisher gemieden hat. Meine Wenigkeit.


Dennoch ist es momentan nahezu unmöglich, diesen Trend komplett zu umgehen. Ob im Fernsehen, in Klatschmagazinen oder sogar im Baumarkt - jeder spricht von Ana, Dorian und ihrem gemeinsamen Nenner, der BDSM-Szene. Auch außerhalb der allgemeinen Fanszene lässt sich besonders im Self- und Verlagpublisherbereich ein neuer Richtungswechsel festmachen. Vampir-Romanzen, inzwischen staubige Relikte aus Bis(s)-Tagen, weichen knallharten Bad Boys und schüchternen Mauerblümchen, die ihre gemeinsame Zeit in der Horizontalen verbringen.

Moment, Bis(s)? Was war das denn noch mal? Richtig, das war doch die Tetralogie über die tragische Liebe zwischen Edward und Bella, die sich bis April 2010 50 Millionen Mal weltweit verkauft hat! Und hier, so muss ich mich schuldig sprechen, bin ich tatsächlich dem Trend erlegen: Ich habe die ersten drei Bücher gelesen, denn auch sie wurden einem doch quasi aufgezwungen. So herzzereißend und turbulent ihre Geschichte war, auch Twilight scheint nicht länger etwas zu sein, über das man noch oft in Bücherkreisen spricht - trotz fünf neuer Kurzfilme, die bereits im vergangenen Jahr angekündigt wurden.

Den Panem-Tributen geht es da nicht besser: Der zugehörige erste Teil von "Mockingjay" läuft aktuell zwar noch in den Kinos, das Fandom um die Bücher ist allerdings bedeutend ruhiger geworden.

Betrachten wir also die Entwicklung jener einst so gefeierten Werke, können diejenigen aufatmen, die Shades Of Grey so gar nichts abgewinnen können - meine Wenigkeit inklusive: Jeder Trend geht irgendwann einmal vorbei. Zwar haben wir noch zwei Filmpremieren und jede Menge ähnliche Bücher vor uns, die momentan auf dem Markt herum dümpeln, doch lässt sich diese Zeit mit anderen Romanen ansatzweise angenehm überbrücken.

Einen Verlierer gibt es am Ende dann aber doch: Die Verkaufszahlen von Kabelbindern und Klebeband werden wohl niemals mehr so hoch sein wie aktuell, ein kleiner Dämpfer also für alle Baumärkte, die von Shades Of Grey auf besondere Weise profitieren.

1 Kommentar:

  1. Wirklich toller und amüsanter Post und ja, Gott sei Dank geht jeder Trend irgendwann mal vorbei ;D
    Und nun sind wir schon zwei Bloggerinnen, die das ganze bisher gemieden haben, denn mir geht es da nicht anders :D Es wird so viel Wind um das Buch und den Film gemacht, aber ein wirkliches Bedürfnis das zu sehen oder zu lesen, habe ich nicht :D
    Ach ja, jetzt hätte ich es fast vergessen: Danke für deinen Kommentar :) Und es ist echt toll, dass wir deine Rezis verlinken dürfen :) Danke!

    LG
    Haveny

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